Liebfrauen

Klosterkirche - Wallfahrtskirche - Citypastoral


Bis kurz vor Weihnachten war noch unklar, wann es soweit sein würde. Da das Bistum Limburg zurzeit von Generalvikar Wolfgang Rösch und nicht vom Bischof geleitet wird, bestand kirchenrechtlich Ungewissheit darüber, ob der neue Status der Liebfrauenkirche zum 1. Januar 2014 eingeführt werden könne - oder ob man noch ein weiteres Jahr würde warten müssen. Kurz vor Weihnachten kam dann doch noch das Signal aus Rom: Die neue Struktur könne ab 2014 greifen.

Ab 1. Januar: Liebfrauen als Kloster- und Rektoratskirche
Damit steht nun fest: Seit dem 1. Januar gibt es in der Frankfurter Innenstadt nur noch eine einzige Pfarrei. Die bisherigen Innenstadtpfarreien Allerheiligen, St. Antonius, St. Bartholomäus (Dom), St. Bernhard, St. Ignatius, St. Leonhard, und Liebfrauen wurden zur „Pfarrei neuen Typs“ zusammengeschlossen und gingen somit in der Domgemeinde St. Bartholomäus auf. In diesem Zusammenhang wurde der bisherige Status der Liebfrauenkirche („Pfarrkirche“) umgewandelt in „Kloster- und Rektoratskirche“. Damit wird zum Ausdruck gebracht: Die Liebfrauenkirche hat sozusagen zwei Grundfunktionen - sie ist Klosterkirche der Kapuziner, und sie hat einen eigenständigen seelsorglichen Auftrag, für dessen Leitung der Bischof einen „Kirchenrektor“ ernennt.
Was heißt das aber nun konkret? Was ändert sich, und was bleibt?

Was bleibt?
    Für die „normalen Besucher“ der Liebfrauenkirche ändert sich überhaupt nichts. Gottesdienstzeiten, Gebetszeiten, eucharistische Anbetung, Beicht- und Gesprächsangebote, Sprechzimmer und Turmzimmer - alles bleibt unverändert.
    Auch für die zahlreichen Gruppierungen, die sich an Liebfrauen treffen, wird die Strukturveränderung nicht wirklich spürbar sein. Dasselbe gilt für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
    Ebenso die Kirchenmusik und außerordentliche Veranstaltungen werden weiterhin ihren Ort an Liebfrauen haben.
    Zwischen dem Bistum Limburg und der Deutschen Kapuzinerprovinz wurde eine schriftliche Vereinbarung getroffen, die den hauptamtlichen Angestellten weiterhin ihren Arbeitsplatz sichert und die Aktivitäten an Liebfrauen finanziell gewährleistet.
    Für den Franziskustreff, der 2013 in eine eigene Stiftung überführt wurde, bleibt allemal alles unverändert.

Was ändert sich?
    Der Titel! Die Liebfrauenkirche ist keine „Pfarrkirche“ mehr sondern „Kloster- und Rektoratskirche“.
    Es gibt keinen „Pfarrer“ mehr, sondern einen „Kirchenrektor“, der nach Vorschlag durch den Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz vom Bischof von Limburg für die Leitung der Seelsorge an der Liebfrauenkirche ernannt wird.
    Es gibt keinen „Pfarrgemeinderat“ und keinen „Verwaltungsrat“ mehr, der eigens für Liebfrauen zuständig wäre. Dafür ist Liebfrauen mit haupt- wie ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertretern im Pfarrgemeinderat der Dompfarrei vertreten, um dort über die pastoralen Fragen zu beraten, die die gesamte Frankfurter Innenstadt betreffen. Für Liebfrauen selber gibt es einen sog. „Ortsausschuss“ (Männer und Frauen, die mit Liebfrauen verbunden sind und die gemeinsam mit dem Kirchenrektor und dem Konvent der Kapuziner über die anstehenden Fragen rund um Liebfrauen beraten).
    Liebfrauen behält ein Sekretariat und eine Sekretärin. Allerdings werden die sog. „Kirchenbücher“ für die Eintragung von Taufe, Firmung, Eheschließung usw. nicht mehr an Liebfrauen, sondern im Sekretariat von St. Bartholomäus geführt. Darüber hinaus ändern sich einige administrative Abläufe, die jedoch für das Leben an Liebfrauen keine spürbaren Änderungen mit sich bringen.
    Die bisher beim Bistum Limburg angestellten Hauptamtlichen werden formal Angestellte der Deutschen Kapuzinerprovinz. Der hauptamtliche Kirchenmusiker bleibt beim Bistum angestellt, an seiner Arbeitsplatzumschreibung für Liebfrauen wird sich jedoch nichts ändern.
    Die Liebfrauenkirche wird innerhalb der neuen Innenstadtpfarrei als „einer der Kirch-Orte“ bezeichnet. Damit wird signalisiert wird: Liebfrauen bleibt zwar eigenständig, aber die Zusammenarbeit mit der „Großstadtpfarrei neuen Typs“ ist auch für Liebfrauen eine wichtige Option.

Zurück zu den Ursprüngen
In gewisser Weise kehrt Liebfrauen damit zu seinen Ursprüngen zurück. Als die Kapuziner 1917 die Seelsorge an der Liebfrauenkirche übernahmen, wurde die Kirche „Klosterkirche der Kapuziner". 1939 wurde sie zur „Pfarrkuratie“ erhoben. Auf diese Weise wurde zumindest dem für die Pfarrkuratie zuständigen Kapuziner das Schicksal erspart, zur Wehrmacht eingezogen zu werden. Nach dem Krieg wurde der Status beibehalten, um eine juristische Plattform zu haben, auf der man Finanz-, Personal- und Rechtsfragen abwickeln konnte. Nun wurde im Zuge der Neustrukturierung der Seelsorge in der Frankfurter Innenstadt gleichsam der ursprüngliche kirchenrechtliche Status der Liebfrauenkirche wieder hergenommen und mit einigen Differenzierungen versehen.

Kernbegriffe
In der Vereinbarung, die diesbezüglich zwischen dem Bistum Limburg und der Deutschen Kapuzinerprovinz getroffen wurde, heißt es: „Als Klosterkirche der Kapuziner ist Liebfrauen eine Art Wallfahrtskirche mitten in der Frankfurter Innenstadt mit besonderem Augenmerk auf die Citypastoral.“
Damit steht also nun fest: Kirchenrechtlich gesehen ist die Liebfrauenkirche seit dem 1. Januar 2014 „Kloster- und Rektoratskirche“. Inhaltlich gibt uns der Vertrag zwischen Bistum und Ordensprovinz sozusagen einen Dreiklang mit auf den Weg: Klosterkirche - Wallfahrtskirche - Citypastoral.
An diesen Kernbegriffen wird sich Liebfrauen auch in den kommenden Jahren immer wieder neu orientieren und neu ausrichten können.

P. Christophorus Goedereis, Kapuziner, Rektor der Liebfrauenkirche



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